Fössta tossdan i mass: Vom Gag zum Nationalfeiertag in Småland

„Fössta tossdan i mass“ ist eine mittlerweile lustige schwedische Tradition, die in Småland ihren Ursprung hat. Ein gewisser Smålander namens Jonas Svenningson hat sich köstlich darüber amüsiert, wie seine Tante mit ihrem besonders starken lokalen Akzent den 1. März auf Schwedisch aussprach. Er fügte noch den Torsdagen (Donnerstag) hinzu und legte mit einer Facebook-Seite den Grundstein für einen bahnbrechenden Erfolg.

Social Media war schon im Jahr 2010 ein probates Mittel, um Trends zu kreieren. Wahrscheinlich hat sich Jonas Svenningson damals sicherlich nicht gedacht, dass seine Facebook-Seite „Fössta tossdan i mass“ einen solchen durchschlagenden Erfolg haben würde. Der stark ausgeprägte småländische Akzent seiner Tante hatte ihn auf die Idee gebracht.

Worin besteht die Herausforderung?

Prinsesstårta- Fössta tossdan i mass
Foto: Jonas – stock.adobe.com

Der erste Donnerstag im März, oder „fössta tossdan i mass“, wie man in Småland sagt, stellt für viele Einheimische eine sprachliche Herausforderung dar. Vollgepackt mit diesen kniffligen „R“-Lauten ist es, als würde man einen Mund voller Murmeln sprechen! Letztendlich haben sich die Menschen in Småland etwas Besonderes einfallen lassen. Weg mit dem lästigen R und so wurde aus „Första torsdagen i mars“ das sprachlich einfachere „Fössta tossdan i mass“.

Spruch mit Marzipankuchen wird zum inoffiziellen Feiertag

Der Radiosender P4 Jönköping wurde auf die Facebook-Seite aufmerksam und fügte 2012 eine neue Tradition hinzu. Zukünftig sollte am „Fössta tossdan i mass“ auch noch die „Prinsesstårta“ (Prinzessinnentorte) genossen werden. Dabei handelt es sich um „Marsipantårta” mit einem grünen Marzipanüberzug, die gerne in Schweden serviert wird. Weil diese Worte ebenso im småländische Dialekt eine Herausforderung darstellen, wurde dies zu einer festen Tradition und zu einem scherzhaften, inoffiziellen Feiertag in Småland.

Fika-Fans und Liebhaber der „Prinsesstårta“ (Prinzessinnentorte) sollten sich also den ersten Donnerstag im März dick im Kalender anstreichen, um gemeinsam mit den Menschen in Småland zu feiern.

Ich gebe es zu: Torten sind nicht so mein Ding. Bei der Prinsesstårta sieht das anders aus – wahrscheinlich liegt es am Marzipan, das liebe ich einfach. In der Fika-Abteilung der meisten schwedischen Supermärkte liegt sie, als Stück oder gleich als ganze Torte. Meine Lieblingsversion kommt von der Urshultsbagarn AB und die bekomme ich ganz einfach bei ICA um die Ecke. Wer möchte, kann auch das kleine Ladenlokal direkt in Urshult besuchen (Öffnungszeiten am besten vorher bei Google prüfen). Minimalistisch, keine große Bäckereikette wie in Deutschland, aber lecker ist dort einfach alles.

Spoiler für alle Tortenliebhaber: Die Prinsesstårta gibt es in Schweden das ganze Jahr zu kaufen. Einen „Fössta tossdan i mass“ braucht man also eigentlich nicht, aber ein bisschen Ausrede schadet ja nie.

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