Bären in Schweden: Seltener Anblick in der Natur

Zur beeindruckenden Fauna Schwedens gehören auch die Bären. Das Land besitzt eine der dichtesten Braunbärenpopulationen Europas, dennoch sind Begegnungen in freier Wildbahn eher selten. Wo die Bären zu finden sind, auf welche Spuren zu achten ist und wie ihr euch korrekt bei einem Aufeinandertreffen verhalten solltet, haben wir zusammengetragen.  

Wo gibt es wilde Bären in Schweden?

Braunbärin mit zwei Jungtieren auf einer Wiese in einem schwedischen Wald
Foto: Getty Images für Unsplash+

Bären sind beeindruckende Tiere, die aber in Schweden eine überraschend große Population aufweisen. Zwischen 2.800 bis 3.000 Braunbären leben vor allem in Nord- und Mittelschweden, wobei in Jämtland die meisten zu finden sind. Dalarna, Västernorrland sowie Lappland mit Norrbotten und Västerbotten bieten ebenfalls hervorragende Lebensräume für die Tiere, die sich vor allem von Beeren, Ameisen, Gräser, Nüsse und gelegentlich Elchkälbern ernähren. Der gesamte Bestand wird akribisch von der schwedischen Umweltschutzbehörde Naturvårdsverket überwacht, um entscheidende Veränderungen sofort wahrnehmen zu können. Andere Arten als Braunbären sind in Schweden nicht zu finden.

Die größeren Männchen, die bis zu 250 Kilogramm wiegen und aufgerichtet rund zwei Meter groß sind, suchen in ihrer aktiven Zeit zwischen Mai und Juli nach einem Weibchen, das etwas kleiner ist. 

Wann sind Bären besonders aktiv?

Entgegen der weitläufigen Annahme halten Bären keinen klassischen Winterschlaf, sondern eine Winterruhe, die im Oktober beginnt und bis in den April anhalten kann. Die Körpertemperatur sinkt nur leicht und bei Ruhestörungen durch den Menschen oder äußeren Einflüsse können Braunbären auch im Winter aufwachen. Richtig aktiv sind Bären von Mai bis September. In dieser Zeit steigt die Wahrscheinlichkeit einen Bären zu treffen, obwohl diese äußerst scheu sind und die Menschen meiden.

Wie solltet ihr euch verhalten, wenn ihr auf einen Bären trefft?

Gerade beim Wandern und Ausflüge in den ruhig gelegenen Wäldern in Nord- und Mittelschweden ist ein Aufeinandertreffen mit Bären möglich. 

  • Auf jeden Fall Ruhe bewahren und auf keinen Fall losrennen oder auf Bäume klettern. Dann könnte der Bär euch als Fluchttier interpretieren und den Jagdsinn wecken. Bären erreichen eine Geschwindigkeit von 50 km/h, womit eine Flucht im Prinzip zwecklos ist.
  • Aufmerksamkeit: Mit ruhiger, tiefer Stimme sprechen, langsam den Rückweg antreten und dem Bären nicht den Fluchtweg versperren.
  • Blickkontakt meiden: Das direkte Anstarren wird vom Bären als Bedrohung empfunden.
  • Ernstfall: Wenn ein Bär angreift, flach auf den Bauch legen, Hände in den Nacken verschränken und den Rucksack als Schutz auf dem Rücken lassen.

Außergewöhnliche Situationen im Outdoor-Alltag

Hunde: Ausflüge mit einem Hund sind in der schönen Natur Schweden einfach paradiesisch. Allerdings sind die Vierbeiner häufig der Grund für Bärenangriffe, da diese durch Hunde aufgespürt werden, die attackieren und Hunde anschließend bei der Flucht gerne zum Herrchen zurückkehren. Deshalb ist besondere Vorsicht geboten und empfehlenswert, die Hunde an einer kurzen Leine zu führen.

Beeren und Pilze sammeln: Im Grunde seid ihr im Nahrungsparadies des Bären unterwegs. Es hilft dabei laut zu sprechen, Äste knacken zu lassen oder beim Sammeln zu pfeifen, um Überraschungen zu vermeiden.

Camping & Übernachten: Im Wohnmobil gibt es keine Besonderheiten, denn im Gegensatz zu Filmen brechen Bären keine mobilen Behausungen auf. Im Zelt gilt es darauf zu achten, dass ihr keine Lebensmittel, Abfall oder duftende Hygieneartikel im Zelt aufbewahrt. Die hervorragende Nase führt den Bären unmittelbar zu euch bei Interesse. Vielmehr alles in dichten Beuteln verpacken und in 50 bis 100 Metern entfernten Bäumen aufhängen.

Wie kann ich Bärenspuren und Bären beobachten?

Aufmerksame Wanderer finden mit Sicherheit klassische Bärenspuren mit den signifikanten Abdrücken des Ballens, der Zehen und der abstehenden Krallen. Hinzu kommen Kratzspuren an den Bäumen sowie große Kothaufen, oftmals mit unverdauten Beeren.

Wenn ihr gerne einen Bären in freier Wildbahn beobachten wollt, wendet euch an professionelle Anbieter. Dort übernachtet man in speziell gesicherten, getarnten Beobachtungshütten (Hides).

Was gilt bei Bärenangriffen, Jagd und Bärenspray?

Bärenangriff sind äußerst selten in Schweden. Seit 1900 sind gerade einmal zwei tödliche Angriffe dokumentiert. Zudem sind die Verantwortlichen im Land bemüht, den Bärenbestand möglichst konstant zu halten. Durch die jährliche Lizenzjagd (Björnjakt) ab Ende August werden bestimmte Quoten erfüllt. 

Vorsicht ist bei Bärenspray geboten. Das entsprechende Pfefferspray fällt in Schweden unter das Waffengesetz (Vapenlagen). Die Einfuhr, der Besitz und das Mitführen ohne behördliche Waffenerlaubnis sind streng verboten und werden als Waffendelikt geahndet.

Mit ein wenig Aufmerksamkeit könnt ihr gefährliche Begegnungen vermeiden und den Aufenthalt in der Natur genießen. 

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