Påsk in Schweden: Warum Kinder als Hexen verkleidet Süßes sammeln

Påsk, das Osterfest in Schweden, unterscheidet sich in seinen Traditionen und Brauchtum etwas von Deutschland. Falls du im Frühjahr über die Osterzeit in Schweden weilst, wirst du vermutlich auf mit Federn geschmückte Sträucher und auf kleine Osterhexen treffen. Was verbirgt sich wohl dahinter?

Woher kommen die Osterbräuche in Schweden?

Ostern/ Påsk in Schweden
Foto: Lena Granefelt/imagebank.sweden.se

Seinen christlichen Ursprung hat Ostern in Schweden nicht verloren, dennoch hat das Land in den vergangenen Jahrzehnten bei den Bräuchen und Traditionen einen Wandel hinter sich. Immer mehr altnordische Brüche wurden wiederbelebt, weil sie eine wunderbare Mischung aus kulturellen Wurzeln und Spaß sind. 

Påskkärring: Die kleinen Osterhexen

Für Kinder ist Ostern mit einem großen Spaß verbunden. Entweder schon am Gründonnerstag, aber zumeist am Ostersamstag verkleiden sich die Kids als kleine Hexen, die in Schweden „Påskkärring“ genannt werden. Die klassischen Kostüme bestehen dabei aus Kopftuch, Schürze, roten Wangen und einem Besen. Gut gerüstet, ziehen die Kinder von Haus zu Haus. Sie wünschen den Bewohner „Glad Påsk“ (Frohe Ostern) und verteilen oftmals eigene Bilder und Basteleien. Im Gegenzug erhalten die Osterhexen dann Süßigkeiten. 

Die Tradition der Osterhexen geht zurück auf den Blåkulla (Blauer Hügel), einem magischen Ort, an dem die Hexen zu Ostern zusammenkommen. Ob es sich wirklich um die Insel Blå Jungfrun in der Ostsee oder einen anderen magischen Hügel handelt, darüber ist man sich uneins. 

Påskris: Farbliche Vielfalt in den Gärten

Ein Genuss sind die kleinen Dörfer in Schweden. Hier lohnt es sich an Ostern spazieren zu gehen, denn vielerorts werden die Büsche und Sträucher mit buntem Schmuck behangen. Liebevoll gestaltete Ostereier sind dabei ebenso schön anzusehen, wie oft pastellfarbene Federn. Falls der Frühling noch nicht richtig Einzug gehalten hat, setzt dieser Osterbrauch farbliche Akzente im Garten. 

Ostern und Familie: Gutes Essen bringt alle zusammen

Zu Ostern schlägt das Herz der Schweden besonders laut und zwar am Esstisch. Familie, Freunde und gutes Essen gehören einfach zusammen, und die Gastgeber geben sich alle Mühe, eine Festtafel auf die Beine zu stellen, die sich sehen lassen kann. Was früher noch recht schlicht mit Fisch und Gemüse begann, hat sich inzwischen zu einem wahren kulinarischen Osterfest entwickelt.

Heute sorgt eine bunte Auswahl für Abwechslung auf dem Tisch: Der würzige Eiersalat mit Sardellen (Gubbröra) ist ebenso beliebt wie eine herzhafte Quiche mit aromatischem Västerbottenkäse, die sogenannte Västerbottenpaj. Auch der Hering, auf Schwedisch „Sill“, darf natürlich nicht fehlen und kommt gleich in mehreren Varianten daher: mal süßlich, mal würzig, mal mit Kräutern verfeinert. Dazu gesellen sich Lachs in allen erdenklichen Formen – gebraten, geräuchert oder fein gebeizt.

Ein echter Klassiker ist außerdem „Janssons Versuchung“ (Janssons Frestelse), ein cremiger Kartoffelauflauf, der bei keinem schwedischen Osteressen fehlen darf. Und weil ein Fest ohne das passende Getränk nur halb so schön ist, wird gerne mit speziellen Osterbieren angestoßen, die eigens für die Feiertage gebraut wurden – bevor am Ende ein Stück Prinsesstårta, die ikonische grüne Sahnetorte, den süßen Schlusspunkt setzt.

Wir verbringen Ostern eigentlich immer draußen, mit Loki und Lotte durch den Wald. Wenn die Seen eisfrei sind, wird angebadet. Fragt nicht, wie das zu unserem Osterritual geworden ist. Den Abend dann mit einem kühlen Osterbier und einer Västerbottenpaj. Wie feiert ihr Ostern?

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